Von Montserrat Manke
Wesseling. Die Idee ist recht einfach, stammt von Dr. Ekkehard von Hirschhausen und wenn Sie es mal ausprobieren wollen, wird Ihnen der Erfolg sicher Recht geben: Setzen Sie doch einfach mal im Auto eine Pappnase auf, wenn Ihr Nachbar Sie böse anguckt, weil Sie ihm nicht schnell genug fahren. Lächeln Sie Ihr Gegenüber an und Sie werden sehen: Schon ist die Situation entspannt.
"Emotionaler Airbag" - so nennt der bekannte Mediziner
und Kabarettist dieses einfache und wirkungsvolle Mittel zur
allgemeinen Heiterkeitsauslösung und als Dr. Johannes
Güsgen anlässlich seiner Rede zum 20-jährigen
Bestehen des Fördervereins des Dreifaltigkeits Krankenhauses
eben jene rote Plastiknase auf seine eigene klemmte, na klar, da
fingen alle an zu lachen.
Güsgen sagte mit dieser Nase dem Förderverein
"Dankeschön" - denn im Namen des Fördervereins
wurde der Dr. Ekkehard von Hirschhausen Stiftung eine Summe
gespendet, damit auch weiter Clowns in Krankenhäusern für
die beste Medizin sorgen können, die es überhaupt gibt:
Das Lachen.
Aber nicht nur das, der Chef des Wesselinger Hospitals hatte noch zwei Bücher von Hirschhausen zu vergeben: Eines an den Vorsitzenden des Vereins, Jürgen Dohmeier und eines mit dem Titel "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben" an Gründungsmitglied Dr. Norbert Göke. Sie ahnen es - als Güsken den Titel verlas, hatte er schon wieder die Lacher auf seiner Seite.
Gerne hätte man alle mittlerweile über 1000 Mitglieder eingeladen, doch aus logistischen Gründen war das nicht möglich, so Güsgen. Aber er versprach, dass zum 25. Geburtstag eben das passieren soll. Das könnte schwierig werden, orakelte Bürgermeister Hans Peter Haupt in seiner Rede, denn in fünf Jahren wünscht sich der erste Bürger der Stadt 1600 Mitglieder, damit sei man dann nicht mehr der zweitgrößte Förderverein Deutschlands, sondern hätte den momentan größten um 100 überrundet. "Die werben wir einfach von dem anderen Förderverein ab", rief Dohmeier dazwischen.
In seiner Festrede holte Dohmeier, der seit gut eineinhalb Jahren die Geschicke des Fördervereins leitet, ganz weit aus und rief den gut 100 Anwesenden noch einmal ins Gedächtnis, warum man am 22. Oktober 1990 überhaupt zur Gründung des Vereins geladen hatte: Dr. Karl Friedrich Krings und Dr. Norbert Göke hatten die Idee, denn damals drohte das Wesselinger Hospital im Ballungsgebiet der Kliniken zwischen Köln und Bonn auf Dauer nicht bestehen zu können. Damit wäre aber nicht nur für die Bevölkerung die Nahversorgung sondern auch ein wichtiges Unfallkrankenhaus für die Industrie weggefallen, so Dohmeier.
Seit der Gründung ging es mit dem Verein rasant nach oben, und nach zehn Jahren war die Spendenbilanz enorm: Eine Million Mark waren schon an das Krankenhaus geflossen. Noch zehn Jahre weiter, Anno 2010 steht die stolze Spendensumme von 1,6 Millionen Euro auf der Skala und diese setzt sich aus den Mitgliedsbeiträgen, großen Einzelspenden, und natürlich den Spenden aus privaten Feiern sowie den Veranstaltungen für das Krankenhaus zusammen: 18 Schwingeler Hoffeste, die zusammen mit dem Kunstverein ausgerichtet wurden, 65 Konzerte in der Kapelle und 16 Tennisturniere wurden zugunsten des Fördervereins veranstaltet. Und die Gelder aus allen Erlösen kommen zu 99 Prozent im Krankenhaus an: Gerade mal 1 Prozent betrage die Summe der Verwaltungskosten, so Dohmeier.
Die Liste der Projekte des Vereins ist lang, und fängt bei den vielen modernen Krankenhausbetten, die gekauft wurden an, geht weiter über die zahlreichen Kunstwerke, die auf den Fluren des Hospitals hängen über die Neugestaltung des Eingangsbereiches bis hin zur Errichtung der Palliativstation und natürlich den vielen Instrumenten, die der Förderverein gekauft hat - erst jüngst ein hochmodernes Operationsmikroskop.
Und die Erfolgsgeschichte geht weiter, denn noch in diesem Jahr soll ein variables Ultraschallgerät, eine Kamera zur Früherkennung von Hauttumoren und ein spezieller Schallkopf für Ultraschallgeräte angeschafft werden. "Vieles hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren verändert, aber eines ist gleich geblieben", sagte Dohmeier, "unser Optimismus und der Glaube an die Zukunft".




