Sie haben noch keinen Spurhalte- oder Toter Winkel-Assistenten?
Sie parken noch selber ein und haben keinen Park-Piloten, der das
für Sie erledigt? Pardon, aber dann gehören Sie oder
besser Ihr Auto nach dem Willen der Autohersteller zum alten Eisen.
Assistenzsysteme heißt das neue Zauberwort, bei dem kreative Entwicklungsingenieure, imagebedachte Marketing-Manager und renditebewusste Verkaufstrategen leuchtende Augen bekommen.
Glaubt man denen, dann braucht ein modernes Automobil doch heute zumindest ein Navi, am besten schon in 3D, Bluetooth-Schnittstellen fürs Handy, Internet-Zugang und jede Menge elektronischer Assistenten. Meistens geht es dabei um die Verbesserung der Sicherheit.
Beispiele gefällig? Befindet sich im so genannten toten Winkel, dem schlecht einsehbaren Bereich zwischen Innen- und Außenspiegel, ein Fahrzeug und man will die Fahrspur wechseln, dann weist der Tote Winkel-Assistent per Signalton oder Warnleuchte im Außenspiegel auf das Fahrzeug hin.
Der Spurhalte-Assistent warnt beim Überfahren einer durchgezogenen, weißen Fahrbahnmarkierung am Fahrbahnrand durch leichtes Rütteln des Lenkrads, greift je nach Hersteller sogar aktiv ins Lenkgeschehen ein, wenn der Fahrer - warum auch immer - nicht reagiert. Und warnt zudem bei zu geringem Abstand zum Fahrzeug auf der Nachbarspur, etwa in engen Baustellen.
Der Bremsassistent reduziert, kombiniert mit einem Abstands-Mess-System und intelligenter Temporegelung, bei zu dichtem Auffahren automatisch die Geschwindigkeit. Im Notfall sogar bis zum Stillstand. Ein Park-Assistent warnt entweder durch Signaltöne, Lichtzeichen oder Schaubilder vor der Berührung von Autos oder Gegenständen. Zudem gibt es von einigen Herstellern Rückfahr-Kameras. VW, Mercedes und nun auch Ford im neuen Focus bieten zudem einen Einpark-Assistenten an, der - man glaubt es kaum - das Auto automatisch in eine Parklücke lenkt. Ohne Eingriff des Fahrers.
Tempolimits werden über GPS und das Navi erfasst und ins Cockpit gesendet, Eine Kamera erkennt die Verkehrsschilder (Mercedes, Opel, Ford) und zeigt sie im Display an. Der Fernlicht-Assistent blendet bei Gegenverkehr automatisch ab. Und ein Müdigkeitswarner! zeigt mit einem Kaffeetassen-Symbol an, das es Zeit ist für eine Pause.
Sicher, so mancher dieser "Assistenten" verbessert die Fahrsicherheit und verhindert sogar Unfälle. Vieles ist jedoch auch Ausdruck eines Wettbewerbs unter den Hersteller um die möglichst hohe Zahl von Assistenzsystemen. Zudem spülen die elektronischen Helferlein als zum Teil teure Extras viele Euros in die Kassen.
Die moderne Technik hat aber auch ihre Schattenseiten. So steigert jede zusätzliche Elektrik und Elektronik die Defektanfälligkeit. Zudem lenkt die Bedienung während der Fahrt vom Verkehrsgeschehen ab. Denn einige System können per Hand aktiviert und deaktiviert werden.
Zudem fühlen sich viele Fahrer von der Technik gegängelt. Außerdem verlangt die neue Technik ein intensives Studium der Betriebsanleitung. Ich kenne Beispiele, wo ältere Kunden nach 14 Tagen entnervt in die Werkstatt rollen und sagen: " Stellt mir dass alles wieder normal ein. Das Piepsen und Blinken geht mir auf die Nerven."
Wenn mir irgendwann ein Auto zu viele Warnhinweise, Sprachbefehle oder Regeln fürs Fahrverhalten einspielt, dann werde ich mich hinten reinsetzen und sagen: "Dann fahr Du doch, Du kennst ja sowieso den Weg und weißt alles besser."




