Merl (abk). Schon bei ihrer ersten Reise
nach Georgien im Jahre 2003 beschloss die
Meckenheimerin Dr. Judith Sixel, dieses wilde und
ursprüngliche Land zum Schauplatz eines Romans zu machen. An
eine nette Au-pair-Geschichte hatte die Autorin zunächst
gedacht. Doch das Buch hat sich verselbstständigt und ganz
anders entwickelt. Jetzt - sieben Jahre nachdem Sixel die
ersten Zeilen geschrieben hat - liegt "Die
Sucherinnen" in gedruckter Form vor. Das spannende Buch ist
eine gelungene Mischung aus Frauenroman und Familiensaga und
erzählt auf 332 Seiten von zwei Frauen, beide georgischer
Herkunft, die sich unabhängig voneinander auf ihre Lebenssuche
begeben. Während die georgische Medizinstudentin Tamuna ins
ferne Hamburg reist, um ihr Studium in Deutschland fortzusetzen,
begibt sich die in Wien lebende Psychoanalytikerin Medea auf die
Suche nach ihren georgischen Wurzeln. Erzählt wird von den
"Unfällen des Lebens", wie Liebe und Mord. Alle
Handlungsstränge führt Judith Sixel am Schluss wie
selbstverständlich zu einer großen Geschichte zusammen.
Ganz nebenbei erfährt der Leser viel über das wilde Land
am Kaukasus, seine faszinierenden Landschaften, seine unbeugsamen,
stolzen Bewohner, seine Kultur und insbesondere auch über die
jüngere Geschichte des Landes von der Rosenrevolution 2003 bis
zum georgisch-russischen Krieg 2008.
Besonders das Spiel mit den unterschiedlichen Wahrnehmungen der von
verschiedenen Kulturen geprägten Hauptpersonen habe sie beim
Schreiben gereizt, bekennt die Meckenheimer Autorin, die bereits
sechs Mal in Georgien war und durch verwandtschaftliche Beziehungen
tiefe Einblicke in Land und Leute gewinnen konnte. Besonders auch
die unberührte kaukasische Bergwelt hat die passionierte
Alpinistin begeistert. Ihr Buch trage dazu bei, Distanz zwischen
den Kulturen zu überwinden, so Sixel. Ihre georgische
Sprachlehrerin, die wie eine der Hauptfiguren des Romans als
Medizinstudentin nach Deutschland kam, habe das Buch als erste
lektoriert und ihr Mut zugesprochen, verrät die
54-Jährige. Judith Sixel lebt mit ihrem Mann seit 1990 in
Merl. Sie fühle sich hier besonders wohl, betont die
promovierte Germanistin, die zuvor bereits eine wahre
Wohnort-Odyssee hinter sich brachte und hier nun ihr 13. und
ideales Zuhause gefunden hat. Neben ihrer Autoren-Tätigkeit,
auf die sie sich zukünftig konzentrieren möchte, ist
Judith Sixel auch als freie Lektorin tätig und vielen
Meckenheimern durch ihre Schreibworkshops im katholischen
Bildungswerk und in der evangelischen Arche in Merl bekannt. Den
Stoff für ihren nächsten Roman hat Judith Sixel bereits
im Kopf. Wieder gehe es darum, eine Geschichte aus einer für
uns ungewohnten Perspektive zu erzählen. Beim Arbeiten gelte
für sie vor allem ein Grundsatz: "Nulla dies sine linea -
kein Tag ohne Schreiben!" Die von ihr entworfenen Charaktere
hält die Autorin auf einem Soufflierblatt fest, so dass sie
sie beim Schreiben immer vor Augen hat. Ihre Texte tippt sie
zumeist in den Computer, schreibt teilweise aber auch noch von
Hand. Ihren ersten Roman "Bussardland", der 1997
veröffentlich wurde, wird es in überarbeiteter Form bald
als von ihr selbst gelesenes Hörbuch geben.
Der Georgien-Roman "Die Sucherinnen", ISBN
978-3-906739-73-1, ist als broschierte Ausgabe im Schweizer
KaMeRu-Verlag erschienen und kostet 25,50 Euro. Weitere Infos:
www.judith-sixel.de
Meckenheimer Autorin veröffentlicht Roman
Judith Sixel über ihren Georgien-Roman " Die Sucherinnen"
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