Rhein-Sieg-Kreis (th). Winterzeit ist Einbruchszeit. Und auch wenn die aktuellen Statistiken erst Anfang März bekanntgegeben werden, steht für die Polizei Bonn und die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg fest: Die Einbruchszahlen sind in der Region viel zu hoch.
Ursula Brohl-Sowa, Bonner Polizeipräsidentin, und Landrat Frithjof Kühn, Behördenleiter der Polizei im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, machten an einer Kontrollstelle in Sankt Augustin Werbung für eine landesweite Kampagne zur Aufklärung über und Bekämpfung von Einbrechern.
"Riegel vor! Sicher ist sicher" heißt das Aktionsprogramm, für das Innenminister Ralf Jäger Ende 2011 den Startschuss gab und die jährlich rund 45.000 Wohnungseinbrüche im Land reduzieren soll. "Wir im Polizeipräsidium sind sehr besorgt über unverändert hohe Zahl an Wohnungseinbrüchen" sagte die Bonner Polizeipräsidentin an der Kontrollstelle am Ortsrand von Sankt Augustin-Hangelar an der Bundesgrenzschutzstraße.
Ein Ort, den man bewusst ausgewählt habe, sagt Brohl-Sowa. Er stehe exemplarisch für eine Einbruchsörtlichkeit, nah an einer großen Straße, von der man in wenigen Minuten auf der Autobahn sei: "Hier räumen die Einbrecher ab und sind schnell wieder weg."
Ein Effekt, den auch Behördenleiter Frithjof Kühn
bestätigt: "Wir wissen, dass die Täter sehr mobil
sind und dass sie sehr schnell wieder weg sind." Weniger in
den ländlichen Regionen des Kreises als unmittelbar in dicht
bewohnten Gebieten in Troisdorf, Siegburg, Sankt Augustin, Hennef
und Lohmar Polizeisprecher Burkhard Rick seien Einbrecher deutlich
häufiger unterwegs, sagte Polizeisprecher Burkhard Rick.
An der Kontrollstelle in Hangelar widmete sich der Blick der
Ermittler nicht nur auf auswärtige Fahrzeuge, sondern auch in
die Kofferräume der Autos und verdächtige
Gegenstände wie Einbruchswerkzeuge. Dutzende Fahrzeuge winkten
die Beamten von der Bundesstraße 56 in eine Haltebucht,
mindestens eine verdächtige Person wurde durchsucht.
Mit weiteren unangekündigte Kontrollstellen, Streifen und auch dem Einsatz von zivilen Kräften sollen die Ermittlungen verstärkt werden, sagte der Landrat: "Ein Einbruch ist immer ein dramatischer Eingriff in die Privatsphäre und führt auch durchaus zu traumatischen Erlebnissen. Das müssen wir unterbinden. Unsere Möglichkeiten haben Grenzen, daher sind wir auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Bürger brauchen keine Hemmungen haben, die 110 anzurufen, wenn sie etwas Verdächtiges sehen."
Oft füge sich anhand von vermeintlich kleinen Beobachtungen
ein großes Puzzlespiel zusammen. Ebenso wichtig sei es, sein
eigenes Haus und Geschäft umfangreich zu schützen, sagen
Polizeipräsidentin und der Behördenleiter: Man müsse
es Einbrechern möglichst schwer machen: Bei immerhin 40
Prozent der Fälle sei es bei Einbruchsversuchen geblieben.
Tipps zum Schutz vor Einbrechern gibt die Polizei unter www.riegelvor.nrw.de







